Schule und Anderssein...Trackbacks
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Der Zweck ist Schulbetriebes ist es aber, Zeugnisse herzustellen, die von Arbeitgebern gelesen werden. "Begeisterung" ist mithin irrelevant, denn was nützt mir ein Angestellter, der nach dem Lustprinzip arbeitet? Also jemand, der sich in der von mir bezahlten Zeit an seinen und nicht an meinen Zielen orientiert? Was ich will sind doch Kennzahlen die mir sagen, wie willig und fähig jemand ist, eine als gesellschaftlich oder kommerziell nützlich erkannte Aufgabe zu übernehmen. Es gibt ja einen Grund dafür, daß wir nicht das Fach "Auf dem Sofa rumlümmeln" haben, obgleich das Interesse fraglos gross wäre. Wenn man das, aus welchen Gründen auch immer, doof findet, wird's schwierig. "Hackt nicht auf den Mutanten 'rum, sondern integriert sie", ist zu kurz gedacht. Warum sollte man das denn wohl tun? Wenn es keinen Mehrwert gibt? Anders herum gefragt, falls es einen Mehrwert gibt, sollte man nicht auch diesen zensieren? Mathe 4, Sozialkompetenz 2? Und wie vergibt man diese Noten, pro Kopf, oder pro Klasse, ähnlich dem fragwürdigen "Mitgefangen, mitgehangen"-Gruppenbonus mancher Arbeitsverträge? Dies wäre auch aus feministischer Sicht ein interessanter Gedanke. Erreicht wurde bisher, dass Frauen sich an männlichen Maßstäben messen lassen dürfen, wo der Wettbewerb dereinst generell unmöglich war. Das bedeutet natürlich auch, daß nur was sich nach männlichen Leistungsmaßstäben messen lässt, finanziell wirksam wird. Geld bedeutet in gewissem Umfang Mitspracherecht, Macht, sein Umfeld zu gestalten. Wer anderen als typisch leistungsorientierten Mehrwert schafft, läuft Gefahr, diesen nicht angemessen honoriert zu bekommen. (Vielleicht profitiert man ohnehin auch selbst von solchem Mehrwert (Betriebsklima et al.), aber das tun Sozialarbeiter in gewissem Sinne auch.) Es wäre also fraglos interessant, welche Mehrwertkategorien man festschreiben würde, denn letztenendes würde man ja vermutlich auch hier eine Messbarkeit anstreben, so dass ein Arbeitszeugnis schnell wie ein Rollenspielcharakterbogen aussähe {"Belastbarkeit 7, erfinderisch 4, Seele der Firma 9"}. Zu bedenken ist, daß solche Skalen aber immer noch "für die Gruppe nützliches Verhalten" messen, nur eben nicht nur solches, dem sich ein direkt messbarer finanzieller Gewinn gegenüberstellen lässt. Lässt man auch von diesem Kriterium ab, so gleitet man in die Beliebigkeit eines "irgendwie sind doch alle Menschen wertvoll" {Llofwyr: Drache 18} ab. Man erkennt unschwer, daß das alles Piff und Paff ist, und der Weg aus der Misere eine Aufgabe des Versuchs, Menschen auf Zahlen zu verdichten sein muss: "Zhora bearbeitet auch neue Aufgabentypen mit grosser Effizienz und Intuition, sofern sie Interesse an ihnen findet. Sie fügt sich jedoch nicht in die Klassengemeinschaft ein." Erst wenn ein Zeugnis zwischen (demonstrierter) Leistungsfähigkeit und Leistungswillen bzw. Disziplin unterscheiden kann, kann Unterricht über pure Formbarkeitskontrolle hinauswachsen. Dass das nicht völlig aus der Luft gegriffen ist zeigt sich darin, dass sich gewisse Parallelen zu real-existenten Arbeitszeugnissen erkennen lassen, sowie -- interessanterweise -- zu Grundschulzeugnissen. Die wirkliche Überraschung besteht mithin in erster Linie darin, dass die Zeugnisse "dazwischen" von diesem Schema abweichen. Mein Deutschlehrer hätte gesagt: Setzen, 5, Thema verfehlt. Im Usenet hiesse es wohl eher [ ] Du hast kapiert (kapieren wollen) um was es hier geht.
Tja, und ich finde den Beitrag mehr als zehn Tage später immer noch relevant und habe dafür meine Zweifel an Deinem Leseverständnis. Und nun? Soll ich jetzt so herumpöbeln wie Du (was ja zumindest im von Dir beschworenen usenet durchaus üblich wäre)? Würde das die Qualität dieses Weblogs Deiner Meinung nach nachhaltig verbessern?
Mir jedenfalls ist das zu doof; wenn ich also weiterhin nicht die Kommentare schreibe die Du gerne sehen würdest, schreib sie doch einfach selbst, statt unhöflich zu werden -- vielen Dank! Ich kann Dir mal wieder nur zustimmen, Mela. Bleibt zu hoffen, daß der Niedergang des Bildungssystems eine echte Reformation desselbigen in die Wege leitet, was aber gerade bei den angesprochenen Problemen auch eine Veränderung der Ausbildung von Lehrern sowie der Ansprüche, die an sie gestellt werden, bedeuten muß. Add Comment
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Tue, 01.09.2009 12:54
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Thu, 04.06.2009 02:28
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