Menschen die vom Asperger Syndrom oder auch AD(H)S betroffen sind, leiden fast immer unter Sensorischen Störungen.
Ein Punkt der gerade für Neurotypische Menschen extrem schwer zu verstehen ist...
Denn wenn (zum Beispiel) leichte Berührungen schmerzen, ein Schlag dagegen als angenehm empfunden wird, setzt die Nachvollziehbarkeit für Hinz und Kunz einfach aus.
Sensorische Störungen können auditiver, visueller, taktiler, olfaktorischer oder gustatorischer Art sein. (Hören, Sehen, Spüren, Riechen, Schmecken)
Gerade bei Kindern werden sie als Aufsässig sein oder Trotzverhalten gewertet und in der Folge nicht ernstgenommen. ("Kein Kind mag kratzige Wollpullis, der wird nun angezogen!")
Bedenkt man das die meisten Asperger oder auch die meisten hypoaktiven ADSler stark dazu neigen, bedrückende Erlebnisse immer wieder abzuspulten, so tut man den Betroffenen ganz und gar keinen Gefallen wenn man aus Erziehungsgründen über diese Eigenarten hinwegtrampelt...
Ich selbst kann mich noch an dutzende Erlebnisse aus der Kindheit, bzw. Jugendzeit erinnern in denen ich gezwungen war gegen mein sensorisches Empfinden zu handeln. Und auf solcher Art Erinnerungen würde ich liebend gerne verzichten.
Auf welche Art diese Störungen sich ausdrücken hängt ganz stark von der einzelnen Person ab. Mit anderen Worten, es gibt keine zwei Betroffenen die ihre Umwelt auf die gleiche Weise erleben.
Man kann daher nicht pauschal sagen das Eindrücke immer zu stark oder immer zu schwach erlebt werden..
Das Kind das sich löffelweise Kakao in die Milch schaufelt, weil es ihn sonst nicht wahrnimmt kann dennoch eine feine Nuance Senf herausschmecken, wenn es eben sensorisch ausserhalb der Norm auf Senföle reagiert...
Für viele Betroffene ist daher z.B. die Textur von Speisen unglaublich wichtig und eine falsche Textur kann zu sofortigen und heftigen Reaktionen führen (z.B. Übelkeit). Ebenso die Beschaffenheit von Kleidern, die Beschaffenheit des Lichtes, die Art der Geräusche die einen umgeben, die Gerüche..
Sensorisches Andersempfinden (mit widerstrebt der Begriff 'Störung') ist im Allgemeinen dafür verantwortlich das sich die Betroffenen in ihrem Körper nicht zuhause fühlen, diesen als Fremdkörper empfinden.. oder mehr noch.. sich selbst als Fremdkörper in dieser Welt.
Denn die Signale die wir empfangen bilden die Welt anders ab. Legen stärkeren oder schwächeren Wert auf Dinge, die vom Durchschnitt mehr im Mittelfeld bewertet werden. Daher reagieren wir scheinbar übertrieben oder abgestumpft, was die Akzeptanz der Umgebung immer wieder auf eine schwere Probe stellt.
In der neuen Kategorie möchte ich einmal die Probleme, die sich durch sensorisches Andersempfinden einstellen, berichten und andererseits auch Lösungen präsentieren, die ich für mich selbst gefunden habe.
Das diese nur sehr bedingt auf anderen Betroffene zu übertragen sein werden ist mir - leider - sehr bewußt. Dennoch gibt es immer ein paar die genau das gleiche Problem haben und daher hoffe ich, das meine Lösungen auch ein klein wenig hilfreich sein können.
Nein, das wird nun kein Koch- oder Back-Blog. Dennoch gehe ich hier wie angekündigt auch auf Sensorische Besonderheiten im Bereich der Nahrung ein. In diesem Fall auf Backpulver. Normales Backpulver z.B. Backin besteht aus folgenden Inhaltstoffen:
Aufgenommen: Dez 08, 13:34