Das die Anzahl der ADS-Diagnosen sprunghaft ansteigt, wird gerne als Totschlagsargument für die angebliche 'Modediagnose' verwendet. Die Frage warum die Diagnosen zunehmen, stört aber bei der Vorverurteilung der Betroffenen als lebensfaule Ritalinsüchtige und wird daher seltenst überhaupt gestellt.
Eine einfache Erklärung des WARUM? gibt es auch gar nicht, aber dafür ein ganzes Bündel Faktoren die erst zusammengenommen zu der hohen Zunahme an Diagnosen führen.
Ursache 1 ist natürlich: Es gibt nun nicht nur einen Namen für ein Problem das so alt ist wie die Menschheit.. oder zumindest so alt ist wie
Churchill der immer gerne als prototypischer Hypie angeführt wird, oder so alt wie der Struwwelpeter. Das Buch von Dr. Heinrich Hoffmann führt gleich mehrere typische Formen auf die AD(H)S annehmen kann. Vom Zappelphillip, über den hypersensiblen der sich seine Haare nicht schneiden lassen will oder die Kinder die zwanghaft in die Opposition zu ihren Eltern gehen.
Nein es gibt nun auch ein Medikament, das die schlimmsten Symptome zumindest etwas zu lindern in der Lage ist.
Etwas das ich selbst als wesentliche Mit-Ursache ansehe ist der Zwang zum Alleskönner mit dem wir in unserer Gesellschaft überfrachtet werden und den wir als dunkles Erbe sozialistischer Länder in unser Menschenverständnis integriert haben.
Während man in knochenhart frühindustriell-kapitalistischen Gesellschaften der Ansicht war, jeder Mensch habe nun einmal eine gewisse Aufgabe im Leben, dies aber vor allem an Status der Geburt oder dem Geschlecht festmachte, transportierten sozialistische Kulturen die Idee das jeder alles können sollte - oder muss.
In der Praxis gipfelte es darin, das Akademiker nebenher zu Praktika oder einer Ausbildung in handwerklichen, industriellen oder agarökonomischen Berufen genötigt wurden.
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