Geschrieben von Mela in
Allgemein
Montag, 11. Juli 2005
Wer dieses Blog liesst, wird hin und wieder sicher den Eindruck erhalten das gewissen Verhaltensweisen, die einzeln gesehen vielleicht extrem aber harmlos sind, pathologisiert werden. Die Frage stellt sich natürlich: Soll und muß man ADS oder das Asperger Syndrom pathologisieren?
Meine klare Antwort dazu kann nur Nein! lauten.
Mehrmals in der letzten Zeit habe ich von sehr jungen Leuten, die noch nicht lange volljährig sind, hören müssen das sie schon Psychatrieaufenthalte hinter sich hatten. Einige davon sind inzwischen als Aspie oder ADSler diagnostiziert, aber das sind die Ausnahmen. Die Regel ist, das sie oft dort landeten weil sie 'zu still' waren, oder zu wenig Freunde hatten, oder sich generell nicht sonderlich für die Welt draussen interessierten.
Hier sehe ich mehr den Wunsch der Eltern ein anderes Kind zu wollen und sei es mit Hilfe der Psychatrie und Psychopharmaka, aber nicht den Bedarf der Betroffenen an Hilfe.
Diese litten nicht an sich selbst, nur die Umwelt akzeptierte ihre Verhaltensweise nicht.
Ich bin nicht Psychatrie-ablehnend eingestellt, aber ich sehe das Problem der Psychatrie sehr wohl.
Ihre Handlungs- und Arbeitsweise war oft kein Stück auf die Probleme der Patienten ausgerichtet, sehr wohl aber auf die Ansprüche der Gesellschaft. Sie bemühte sich Verhaltensweisen wegzutherapieren, die dem gesellschaftlichen Wandel unterliegen.
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