Geschrieben von Mela in
Allgemein
Samstag, 25. Dezember 2004

Weihnachten...
Ich wurde schon als Kind gründlich gegen jeden Weihnachtstaumel geimpft.
Eine sehr idealisierte Vorstellung des Weihnachtslebens ließ eben jenes zur alljährlichen Hölle werden. Wenn das sonstige Familienleben schon zu wünschen übrig ließ, sollte wenigstens der Weihnachtsabend perfekt werden.
Doch da unsere Familie eben der Perfektion nicht gerade nahestand, wurde der Vor- und Nachmittag des 24. immer zu einer Art Kriegsschauplatz mit gegenseitigem Angebrülle, Tränen und Drohungen in der Art: 'Dann gibt es heute keine Geschenke'.
Punkt achzehn Uhr mußten dann alle Tränen getrocknet sein und das Weihnachtslächeln aufgesetzt. Dann wurden die Lichter am, unter Streit geschmückten, Baum angezündet und Geschenke gab es natürlich trotz aller Drohungen.
Auf diese Weise kam jedenfalls nie Weihnachtsstimmung bei mir auf.. oder Freude auf einen anderen Aspekt als den, danach Dinge zu besitzen die ich vorher nicht besaß. Und mit zunehmendem Alter zweifelte ich immer stärker daran das diese den vorhergehenden Streß wert waren.
Über das Ausmaß meiner Panik vor dem alljährlichen Bürgerkrieg kann mein Geliebter das eine oder andere Liedchen singen. Einmal drehten wir direkt vor dem Ziel wieder ab, als mich eine Panikattacke ergriff, und gingen, statt Weihnachten im Schoße der Familie zu feiern, zu Pizza Hut essen...
"Joululaulu" vollständig lesen
Geschrieben von Mela in
Fundsachen: ADS
Donnerstag, 23. Dezember 2004
KIBIS (Kontakt, Information und Beratung im Selbsthilfebereich) plant die Gründung einer Selbsthilfegruppe für ADS-Betroffene, so berichten die Lübecker Nachrichten.
Die Telefonnummern für Interessierte sind (045 42/82 28 22) in Mölln sowie (041 52/729 11) in Geesthacht.
Geschrieben von Mela in
Schule und Anderssein
Montag, 20. Dezember 2004
Nicht nur um die intellektuelle Ausbildung unserer Jugend macht sich derzeit alle Welt, die Bundesregierung und die Presse Sorgen. Nein viel schlimmer scheint, das wir scheinbar - glauben wir diesen Quellen - eine Generation von Schlaffis heranziehen.
Und das nicht wegen Nintendo, Game-Cube und Co, sondern wegen ausfallendem Schulsport.
So sehr ich dafür bin in der Schule mehr zu bieten. Mehr Praxis, mehr AGs, bessere Bibliotheken und ein 'Open House' zum Leben und Lernen, statt einem Schulknast zum Pauken... so sehr bin ich auch dafür den Schulsport endlich ganz abzuschaffen. Oder wenigstens dessen Benotung.
Die eine Stunde Schulsport die Woche, reisst die Kondition der Gören nämlich nicht raus, und wer zum neuen Star am Barren erkoren ist, wird das anderswo bemerken, auf andere Art gefördert werden, als gerade dort...
"Die Hölle Schulsport" vollständig lesen
Geschrieben von Mela in
Schule und Anderssein
Donnerstag, 16. Dezember 2004
In letzter Zeit bekommt das deutsche Schulsystem anhaltende Schläge... und das sehr zu recht. Deutsche Lehrer sehen nur selten ihre Aufgabe darin Wissen zu vermitteln und noch viel seltener darin die Schüler für das Fach das sie lehren zu begeistern.
Viel mehr aber darin abprüfbares Wissen in Kinder und Jugendliche hineinzufüllen und sie im Sinne der späteren Lebenschancen frühzeitig auszusieben. Vielleicht sollte man dieser Aufgabe von Staatsseiten ehrlich gegenüberstehen und die Lehrbefähigszeugnisse in Zukunft auf ein feinmaschiges Sieb aufdrucken.
Fällt man in der deutschen Schule nun 'Anders' auf, ist man sowieso verloren. Immer wieder erfahre ich über Mailinglisten oder Foren, das hochintelligente Kinder mit Asperger Syndrom oder ADS auf Sonderschulen abgeschoben werden sollen, mit lapidaren Begründungen wie "Das bringt hier sowieso nichts.", "Mit diesem Mangel an sozialen Fähigkeiten gehört er nicht auf eine höhere Schule." oder einfach "Er passt nicht hier her."
Das dreigliedrige Schulsystem gehört alleine schon deswegen abgeschafft um solcher Lehrerwillkür einen Riegel vorzuschieben. Denn im Endeffekt ist es hier in Deutschland meist genau ein Lehrer, der Grundschul-Klassenlehrer, der über die Zukunft eines Kindes entscheidet.
"Schule und Anderssein..." vollständig lesen
Geschrieben von Mela in
Allgemein
Sonntag, 12. Dezember 2004
Im Allgemeinen sind wir selbst unser größter Feind. Im besonderen Maße gilt das wohl für ADSler und so auch für mich. Die tiefsten dunklen Phasen meines Lebens waren zweifellos selbstverursacht und die Erkenntnisse die ich aus einer dieser Phasen gewonnen habe, kann ich sehr gut unter dem Titel "Die Akzeptanz der Langsamkeit" zusammenfassen.
Jahrelang schien mein Leben vor meinen Augen vorbeizuziehen. Ich war Beobachterin, aber wie es mir schien nicht am Leben beteiligt. Nicht einmal an meinem eigenen.
Die Tage rannen wie Sand durch meine Finger und meist stellte ich fest, das schon wieder ein Jahr vorbei war, während ich es nicht einmal geschafft hatte die simpelsten Probleme anzugehen von denen ich mir vorgenommen hatte sie zumindest einmal wahrzunehmen. So schoben sich diese Jahr um Jahr heraus, ließen das Chaos um mich herum unangetastet, Rechnungen unbezahlt oder ungeschrieben, versäumten Wartungszyklen oder Behördenaufforderungen, ließen Bücher ungelesen, Lehrstoff ungelernt, Briefe und Mails unbeantwortet, Ideen unumgesetzt... Eine Aufzählung die sich endlos fortsetzen liesse...
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Geschrieben von Mela in
Besondere Menschen
Donnerstag, 9. Dezember 2004
Der Sänger der australischen Indie Rock-Band " The Vines" Craig Nicholls wurde mit dem Asperger Syndrom diagnostiziert.
Öffentlich wurde diese Diagnose im Zusammenhang mit einem Prozeß in dem der Sänger wegen tätlichen Angriffs und Sachbeschädigung angeklagt war. Ob die Diagnose erst im Laufe des Prozesses gestellt wurde, oder schon vorher bestand ist mir nicht bekannt. Nach ihrem Bekanntwerden wurde eine Strafe unter der Vorraussetzung ausgesetzt, das der Vines-Frontmann sich in Therapie begibt...
Bekannt wurde in dem Zusammenhang auch, das " The Vines" ihre letzte Tour abbrechen mußten, da Craig Nicholls die Belastung nicht vertrug.
Links:
via AspieNet-Forum
"Berühmtheiten mit dem Asperger-Syndrom - The Vines" vollständig lesen
Geschrieben von Mela in
Sensorische Störungen
Mittwoch, 8. Dezember 2004
Nein, das wird nun kein Koch- oder Back-Blog. Dennoch gehe ich hier wie angekündigt auch auf Sensorische Besonderheiten im Bereich der Nahrung ein.
In diesem Fall auf Backpulver.
Normales Backpulver z.B. Backin besteht aus folgenden Inhaltstoffen:
- Dinatriumdiphosphat
- Natron (Natriumhydrogencarbonat)
- Stärke
Während den meisten Menschen ein Beigeschmack nicht auffällt, empfinde ich diesen so stark, das es mir nahezu die Freude an meinen eigenen Backsachen verleidete. Zusätzlich zum Geschmack scheint mir das Backpulver den Mund auszutrocknen und sorgt somit für ein generelles Mißbefinden.
Hefeteige sind aber nicht immer eine praktikable Alternative.
Auf Petras Rat hin versuchte ich handelsübliches Backpulver durch Weinstein-Backpulver zu ersetzen...
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Geschrieben von Mela in
Allgemein
Mittwoch, 8. Dezember 2004
Menschen die vom Asperger Syndrom oder auch AD(H)S betroffen sind, leiden fast immer unter Sensorischen Störungen.
Ein Punkt der gerade für Neurotypische Menschen extrem schwer zu verstehen ist...
Denn wenn (zum Beispiel) leichte Berührungen schmerzen, ein Schlag dagegen als angenehm empfunden wird, setzt die Nachvollziehbarkeit für Hinz und Kunz einfach aus.
Sensorische Störungen können auditiver, visueller, taktiler, olfaktorischer oder gustatorischer Art sein. (Hören, Sehen, Spüren, Riechen, Schmecken)
Gerade bei Kindern werden sie als Aufsässig sein oder Trotzverhalten gewertet und in der Folge nicht ernstgenommen. ("Kein Kind mag kratzige Wollpullis, der wird nun angezogen!")
Bedenkt man das die meisten Asperger oder auch die meisten hypoaktiven ADSler stark dazu neigen, bedrückende Erlebnisse immer wieder abzuspulten, so tut man den Betroffenen ganz und gar keinen Gefallen wenn man aus Erziehungsgründen über diese Eigenarten hinwegtrampelt...
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Geschrieben von Mela in
Fundsachen
Montag, 6. Dezember 2004
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