Geschrieben von Mela in
ADS
Montag, 25. Oktober 2004
Es reicht nicht, daß ADSler es in dieser Welt mit ihren gängigen Anforderungen ohnehin schwer haben zurechtzukommen...
Zu allem Unglück fühlt sich die Presse berufen, den Säckchen die diese und ihre Familien zu schleppen haben, noch zusätzliche Lasten hinzuzufügen.
Einfache Schlagwörter waren schon immer einfacher zu vermitteln als komplexe, biochemische Sachverhalte und in Zeiten steigenden Sozialneides hört man natürlich gerne, das solche, die besondere Förderung und Aufmerksamkeit für sich verlangen, einfach nur Simulanten sind.
"Ich habe es auch schwer..." hört man da den geneigten Bildzeitungs- oder Spiegelleser direkt sagen "..warum soll ich da mit meinen Krankenkassenbeiträgen auch noch die kleinen, weißen Pillen vom Nachbarssohn zahlen, der ja sowieso nur verzogen ist?"
Und warum sollte man sich um die Genugtuung bringen, nach zehn Jahren, wenn besagter Sohn der Trunksucht verfallen ist oder in der JVA sitzt, sagen zu können: "Ich habe es ja immer schon gesagt. Mit dem wird es böse enden." ...
"Es lebe das Klischee oder Vom Umgang der Presse mit AD(H)S" vollständig lesen
Geschrieben von Mela in
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Freitag, 22. Oktober 2004
Strukturierung. Das war das Schlagwort meines gestrigen Artzbesuches und der Anlaß für mich auch alleine weiter darüber nachzudenken...
Mein erster Gedanke war: Panik.
Es ist ja nicht so als hätte ich dreiunddreißig Jahre des Lebens verbracht ohne ein wenig Struktur hineinzubringen. Nein, eigentlich hatte ich schon zu Gymnasialzeiten versucht mir gewisse Regelmäßigkeiten anzugewöhnen, mit dem Erfolg das ich mir mein Korsett meist selbst so eng schnürte das ich selbst darin Panik zu bekommen drohte. Nein bekam.
Die impulsive Seite in mir zittert vor Strukturen, wie ein Kaninchen vor der Schlange, weil Strukturen Wände sind, an denen jene Impulsivität auflaufen muß.
Ohne Strukturen ist es aber weiterhin ein Verhungern zwischen dutzenden Heuhaufen...
"Strukturierung oder Das Verhungern zwischen dutzenden Heuhaufen" vollständig lesen
Geschrieben von Mela in
ADS
Donnerstag, 21. Oktober 2004
Tja, irgendwie scheint man alles mal mitmachen zu müssen. Auch Selbsthilfegruppen...
Nachdem ein nicht unwesentlicher Teil meines Freundeskreises inzwischen entweder in der ADS-Diagnosephase, oder schon der Behandlungsphase ist (Gleich und gleich gesellt sich eben gerne...) wurde ich heute mit der Ankündigung einer ADS-Selbsthilfegruppe überrollt.
Kann man sich ja mal antun... dachte ich so...
"ADS Selbsthilfegruppe oder Bin ich etwa auch so anstrengend?" vollständig lesen
Geschrieben von Mela in
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Mittwoch, 13. Oktober 2004
Manchmal hätte ich in meiner Bekanntschaft gerne mehr Asperger, anstatt ADSlern.
Statt bei einer chaotischen LARP-Planung den Informationsfetzchen hinterherhechten zu müssen und immer irgendwie in der Luft zu hängen, wäre spätestens ein Jahr vor dem LARP (das natürlich über 2 Jahre akribisch geplant wird) die Larp'O'Machine aufgesetzt worden und jede Kleinigkeit wäre dort festgehalten worden.
Jemand hätte eine Liste der verfügbaren Zugverbindungen erstellt und gegen die Kosten einer Autofahrt aufgerechnet. (Natürlich mit allen Ermässigungsoptionen und wann diese eintreten.) Als kleinsten gemeinsamen Nahrungsmittelnenner würde man täglich das Gleiche essen und hätte beim Einkaufen nicht so viel Aufwand und statt 'Siebön' würde man Heilpflanzenmemory spielen oder sowas...
Andererseits... Drei von vier Tagen redet man nicht miteinander bis man aufgetaut ist und am vierten Tag unterhält man sich über die Parabel einer Balliste... hmm.. vielleicht ist der ADSler-Faktor doch ganz angenehm.
Geschrieben von Mela in
ADS
Montag, 11. Oktober 2004
Einer Komorbidität von ADS wird viel zu wenig Beachtung geschenkt, meiner Meinung zufolge: PMS
Die allermeisten ADS-Frauen mit denen ich gesprochen habe, leiden unter terrorisierend starken Menstruationsbeschwerden.
Ich selbst hatte seit meiner Pubertät Schmerzen, die ein erträgliches Maß weit überschritten. Ich übertreibe hier keineswegs, wenn ich sage, das ich im Alter zwischen 13 und 18 Jahren monatlich an Selbstmord dachte, weil ich glaubte diese Schmerzen nicht mein Leben lang ertragen zu können.
Glücklicherweise ließ die Intensität mit dem Erwachsenwerden etwas nach. Vielleicht habe ich mich aber auch einfach nur an die Stärke gewöhnt, denn die Selbstmordgedanken tauchen heute zumindest nicht mehr auf und ich wälze mich auch nicht nur noch vor Agonie auf dem Boden.
Andererseits versagte mit meine Mutter damals weitgehend Schmerzmittel mit der Begründung dass das doch auch nicht so schlimm sei, und man nicht wegen jedem Bisschen eine Tablette nehmen müsse.
"Na whoops! - ADS und PMS" vollständig lesen
Geschrieben von Mela in
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Sonntag, 10. Oktober 2004
Auch die Geburt meiner Geschwister - immerhin 16 und 20 Jahre nach mir - änderte wenig an dem nicht wirklich vorhandenen Verhältnis zu meiner Familie.
Im Gegenteil.
Die Scheu mich mit meiner Familie auseinanderzusetzen, wieder in den nie enden wollenden Strom aus Rechtfertigungen einzutreten und nur angenommen zu werden in der Funktion als Tochter, und nicht als Persoenlichkeit, behinderte auch meine Beziehung zu meinen Schwestern.
Teilweise waren es Monate, fast Jahre, die ich mich ausserstande sah den Menschen gegenüberzutreten die mich geboren und aufgezogen hatten. Gerade noch genug Kraft zu existieren, aber keine Kraft für Auseinandersetzungen wie sie zwischen Eltern und den Kindern, die die Erwartungen die generell in erwachsene Menschen gesetzt nicht erfüllen können, stattfinden.
Leidtragend waren dabei auch meine Schwestern, für die ich immer ein kaum fassbarer, halb bekannter Schemen bleiben musste...
"Family Pain II" vollständig lesen
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Samstag, 9. Oktober 2004
Seit ich zurückdenken kann, war das Verhältnis zwischen meiner Familie und mir belastet.
Nicht das sie nicht liebevoll waren, oder sein wollten.. Doch lebten wir von Anfang an wohl auf verschiedenen Planeten.
Ich wurde nicht geschlagen, bekam genug zu essen, Kleidung und Schulbildung und doch.. es fehlte das Verstehen.. oder das verstehen Wollen...
"Family Pain I" vollständig lesen
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ADS
Donnerstag, 7. Oktober 2004
Heute nachmittag war ich in der Stadt unterwegs, nachdem ich schon die 2. Tagesdosis Ritalin eingenommen hatte. Dummerweise war ich nicht sehr motiviert gewesen ausgibig zu Frühstücken... und der Kühlschrank hielt auch nichts wirklich Anregendes mehr vor.
Also hatte ich nur einen einzelnen Toast mit Käse im Magen...
Schlechte Idee, sehr schlechte Idee.
Nach ca. einer halben Stunde Schweissausbrüche und Zittern.
Die Erklärung findet man auf...
"*SCHLINGER* - Ritalin Tag 16" vollständig lesen
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Dienstag, 5. Oktober 2004
Heute kam, wie in de.alt.soc.aufmerksamkeitsdefizit angekündigt, der Radiobeitrag zum Thema AD(H)S beim Deutschlandfunk.
Der Beitrag war recht gut. Immerhin wurde erwähnt das es eine hypoaktive Variante gibt und das die Störung oft bis ins Erwachsenenleben fortbesteht.
Weniger schön war das Herumreiten auf einer 'Krankheit' (Krankheiten kann man IMHO heilen) und das Herumreiten auf Medikamentenmissbrauch. Überhaupt wäre etwas mehr kritische Distanz des Sprechers schön gewesen der sich wohl als 'Stimme' des Volkes sah, also die gängigen Vorurteile runterratterte.
Nachzuhören ist der Beitrag beim Deutschlandfunk als MP3 oder Real-Audio (Real-Player erforderlich).
Beitrag als MP3
Beitrag als Real-Audio
Hörerfragen und die Antworten darauf als MP3
Hörerfragen und die Antworten darauf als Real-Audio
Geschrieben von Mela in
ADS
Montag, 4. Oktober 2004
Nach dem ich letzte Woche dank der ausbleibenden Erfolge doch etwas nervös war, habe ich meinen Doc angerufen.
Er beruhigte mich, das die Nicht-Reaktion auf 10mg Methylphenidat pro Einzeldosis noch nichts zu sagen hätten und das ich zunächst einmal auf 15mg pro Einzeldosis, bzw. 30mg Tagesdosis steigern solle.
Nach weiteren zwei Tagen unter 20mg steigerte ich, wie empfohlen.
"Something different? - Ritalin Tag 14" vollständig lesen
Geschrieben von Mela in
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Montag, 4. Oktober 2004
Mindestens fünf in verschiedenen Abheilungsstadien auf den Beinen, die meisten rund um die Knie. Ein dicker auf dem Unterarm, der zwar schon violett-gelb ist, aber ziemlich schmerzt.
Warum ist es nur so schwer nicht ständig überall gegenzurempeln?
Geschrieben von Mela in
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Samstag, 2. Oktober 2004
Über Nacht habe ich mal auf eine neue Blogsoftware umgestellt, da bei der alten diverse Fehler aufgetaucht sind.
Jetzt sollte auch das Posten von Kommentaren einfacher und weniger verwirrend geworden sein.
Und demnächst gibt es auch die Updates die wegen der Umstellung aufgeschoben wurden.
Ein paar Kommentare sind mir wohl über die Klippe gesprungen, aber ich hoffe das stört nicht allzu sehr...
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