Alleskönner: Warum die 'Modekrankheit' AD(H)S zunimmtTrackbacks
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du sprichst mir ehrlich gesagt aus der Seele. Oft schon fuehlte ich mich als Frau ueberfordert von einem 8 Stundenarbeitstag mit Anfahrt und Pausen, danach nach lernen fuer die Berufsschule, dann einen 2-Personenhaushalt fuehren, Zeit fuer Freunde und Bewegung zu finden und letztendlich auch noch meiner Ehe gerecht zu werden. Und dann habe ich sogar manchmal das voellig 'egoistische' Beduerfnis auch noch etwas fuer mich selbst tun zu wollen. Ich habe ehrlich gesagt auch die Vermutung, dass bei vielen Kindern ADHS besonders auffaellt, weil in unserer schnelllebigen Zeit kaum noch Raum fuer Individualisten ist. Diejenigen Kinder, welche viel mehr Aufmerksamkeit brauchen, koennen diese garnicht bekommen, weil Mama und Papa den ganzen Tag am malochen sind. Am Aben muessen sich die Kinder dann auch noch groesstenteils selbst beschaeftigen, weil Mama dann die Wohnung sauber haelt und die Waesche waescht. Wenn Papa dann nach Hause kommt, muss er erstmal kochen und sich evtl. von seiner Ehefrau, die bis dahin voellig am Ende ist auch noch Vorwuerfe gefallen lassen. Klar sind die im eigentlichen Sinne nicht gegen den Mann gerichten - aber an wen sonst soll sich die verzweifelte Frau wenden!? Irgendwie ist die ganze Thematik sehr komplex. Fest steht meiner Meinung nach auf jeden Fall, dass die Anforderungen des Lebens einfach zu hoch gegriffen sind, so sehr, dass ein einzelner Mensch sie kaum tragen kann. Diese Tatsache fuehrt zu Diagnosen wie ADHS und ich denke, auch zu der derart hohen Scheidungsrate, wie wir sie in unserem Land aktuell haben. Und was eine Scheidung fuer ein Kind bedeutet, ist denke ich mal jedem Bewusst. Sorry, dass es so lange geworden ist, und Danke fuer den tollen Beitrag! Gvini Wenn ich das Phänomen auf eine ideologische Ebene projizieren müsste, würde ich die preußisch-kapitalistische wählen. Kinder werden mit ihren Eigenheiten nicht anerkannt, wenn nicht das vollständige Set der Normalität ausgeprägt ist: angepasst, schaffig, einsetzbar. Kein Platz für Träumer, Querdenker etc. Das klingt jetzt ganz schön platt. Aber genau so platt kommt mir Schule heute vor. Matthias ich fand deinen Beitrag sehr interessant. Ich arbeite 30 Stunden die Woche im Büro, habe 2 kleine Kinder und habe nebenbei den Haushalt,muss mich selbst um Finanzverwaltung und Handwerkliche Arbeiten und das Auto kümmern. Für Handwerker, eine Putzhilfe etc. fehlt mir das Geld. Ich habe ADS und bin ganz sicher nicht LEBENSFAUL oder FAUL an sich. Auch fehlt es mir nicht am Willen. Seit ich mich erinnern kann rotiere ich von morgens bis spät in die Nacht und kann den Ansprüchen die meine Umgebung und ich selbst an mich stellen doch nicht gerecht werden. In der Schule, bei Freunden und Verwandten war ich als hoffnungslose (unruhige) Träumerin, mit eigenartigen Ideen und gedanklich meist abwesend bekannt. Es gibt keinen Film auf dem ich nicht zapple. (bin ein Mischtyp) Erst seit ich mit Sicherheit weiss (ich habe mich lange gegen den Verdacht ADS gewehrt, wollte niemals Schwäche zeigen) dass ich ADS habe lerne ich langsam Techniken um meinen Alltag besser in den Griff zu bekommen (vor allem im Interesse meiner Kinder) Was mir dabei unglaublich hilft ist mein Spass am Organisieren, Disziplin und Methylphenidat. Seit ich es nehme ist es als lege sich der "Informationensturm" in meinem Kopf und ich kann das erfahren was für andere vielleicht selbstverständlich, für mich aber purer Luxus und immer wieder Erstaunlich ist: KONZENTRATION Ich beende Aufgaben, schaffe die Dinge, die ich mir für den Tag vorgenommen habe, bin nicht mehr so abgespannt und ausgepumpt. Ich habe viel mehr Energie für meine Kinder und habe wieder richtig Freude an meinem Leben und den Menschen die mir wichtig sind. Es ist mir im Grunde egal was andere über ADS oder die Medikation denken. Es ist so leicht sich ein Urteil zu bilden, wenn man nicht weiss wie sich ADS anfühlt. Viele scheinen zu denken: ADS = das überlastet sein eines normal funktionierenden Gehirns/Menschen. Das ist es aber definitiv nicht. Auch hier gilt: Wer es nicht selbst am eigenen Leib spürt, kann es sich bestimmt nie vorstellen. Versuchen Sie doch mal, einem Hund zu erklären wie der Regenbogen für das menschliche Auge aussieht. Es ist für mich immer wieder erstaunlich wie viele Menschen es gibt, die das Bedürfnis haben ihre Meinung herauszuposaunen, obwohl es oft mehr als offensichtlich ist, dass sie sich mit der Sache selbst bei Weitem nicht ausreichend beschäftigt und informiert haben. Ich finde man sollte sich vielleicht weniger Gedanken darüber machen, ob ADS eine "MODEERSCHEINUNG" ist und ob es notwendig ist dafür Medikamente zu nehmen, sonder eher darüber, wie wir es zulassen können dass die Gesellschaft oder auch die Art wie wir leben, selbst "Gesunde" dermaßen an ihre Grenzen treibt, dass wir mehr und mehr Burn-out-Patienten, Depressive und Ähnliches haben. Es scheint immer mehr nur noch Effizienz und Quantität zu zählen, als Menschlichkeit und Qualität. Hoffe es frisst mich jetzt keiner oder fängt eine hitzige Medikamentendiskussion an. Darum gings mir nicht. Stephanie Kommentar schreiben
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Nützliche Links:Wikipedia: ADS
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KommentareSa, 05.12.2009 16:38
So, 29.11.2009 03:51
Di, 01.09.2009 12:54
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Do, 04.06.2009 02:28
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