Geschrieben von Mela in
Buchhinweise
Dienstag, 3. Mai 2005
Christopher Boones Alltag besteht aus kleinen Ritualen und Marotten, wie dem Zählen von allen möglichen Dingen in seiner Umgebung oder dem Einfärben von gelben und braunen Lebensmitteln, damit er sie essen kann. Auch was er mag ist fein säuberlich definiert – Hunde, Primzahlen, Polizisten – ebenso wie Dinge die er ablehnt – Menschen die schreien, Witze oder angefasst werden.
Christopher Boone ist Asperger Autist, einseitig hochbegabt und von der Außenwelt deutlich überfordert. Sein Leben gerät aus den normalen Bahnen, als der Hund der Nachbarin mit einer Mistgabel erstochen wird. Zuerst verdächtigt die Polizei ihn, da er mit dem toten Hund in den Armen aufgefunden wird. Doch, von diesem Verdacht befreit, geht Christopher, mit den analytischen Methoden eines autistischen Geistes, auf die Suche nach dem Täter und muß feststellen das der Tod des Hundes viel mit seinem eigenen Leben und dem, zwei Jahre zurückliegenden, Tod seiner Mutter zu tun hat.
Mark Haddon, versucht in '
Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone' (original '
The Curious Incident of the Dog in the Night-Time'), die Gedanken- und Gefühlswelt eines Asperger Autisten begreiflich zu machen. Hoch gelobt und dennoch nur mit durchschnittlichem Erfolg. Leider führt er jedes gängige Klischee über vom Asperger-Syndrom betroffene Menschen in einer Figur zusammen, so daß Christopher Boone, nach einer Kurzbeschreibung der typischen Charakteristika erschaffen worden zu sein scheint...
Die Weise, in der Mark Haddon seinen Helden darstellt, erweckt eher Mitleid, als Identifikation oder Verständnis, ganz besonders durch die Art, in der die Ereignisse mit seiner Behinderung verknüpft sind. Ein leicht zu lesendes Buch, das jedoch dem großen Lob mit dem es aus aller Welt bedacht wurde, nicht unbedingt gerecht wird.
Persönliches Fazit:
Wenn es auch zu begrüßen ist, das sich Otto-Normal-Leser dem Thema Autismus auch in der Literatur nähert, so zementiert 'Supergute Tage' ein Bild das mit Rainman begonnen, aufgebaut wurde. Ein Aspie muß somit Mathegenie aber ansonsten kaum lebensfähig sein. Dies dürfte die Lebenswirklichkeit der wenigsten Betroffenen treffen und stellt diese vor eine völlig unnötige Erwartungshaltung der Umwelt.
Interessant fand ich jedoch z.B. Christopher Boones Weise einen guten Tag zu definieren, die meiner eigenen Methode die ich im Kindes- und Jungendalter pflegte nicht unbedingt unähnlich ist. Sind es bei Christopher rote Autos in einer Reihe, waren es bei mir besondere Zahlenkombinationen, die ich auf einer Digitaluhr stundenlang beobachten konnte.
'Supergute Tage' gibt es auch als Hörbuch. Gelesen von dem anbetungswürdigen Rufus Beck.
4 gelbe Autos hintereinander - das bedeutet einen schlechten Tag. Und einen schlechten Tag hat Christopher auch, als er den Hund der Nachbarin tot auffindet - mit einer Mistgabel erstochen. Zu allem Überfluß hält die Polizei ihn für den Täter, und als der
Aufgenommen: Jul 21, 07:53