Viele Möchtegern-Autoren sind schon daran gescheitert, an der
Rezeption des Lesers, eben am
Rezipienten. Da hält man das eigene Werk für den Roman des Jahrhunderts, doch der böse Leser ist der Meinung das das Werk bestenfalls dröges, wirres Gewäsch ist und in der Zukunft liegt es wie Blei in den Regalen.
In
Rollenspielen ist jeder Teilnehmer selbst sowohl Rezipient als auch
Kommunikator. Wie mein Spiel, mein Charakter bei den Rezipienten wahrgenommen wird, liegt weniger an der Fähigkeit der Rezipienten wahrzunehmen, sondern viel mehr an meiner Fähigkeit als Kommunikator den
Charakter oder die Handlung auch zu transportieren.
Natürlich gibt es auch (und gerade) im Rollenspiel den bösartigen Rezipienten, der den anderen Charakter einfach auflaufen lässt, alle seine Handlungen so umdeutet das etwas Negatives dabei herauskommt, oder einfach so sehr mit Informationen geizt (oder Unzutreffende streut) das der andere Charakter falsch handeln
muß. (Was besonders dann gerne geschieht wenn man den Mitspieler kennt und nicht leiden kann..)
Aber gehen wir nun einfach mal von einem gutwilligen Rezipienten aus, der mit dem Gegenüber nur spielen will, ohne negative Anteile, ohne
GewinnenWollen und ohne den Zwang seinen Char nur dann als toll darstellen zu können wenn er den Mitspieler in Grund und Boden zu trampeln...
Dann liegt es einfach am Kommunikator den Charakter so darzustellen und rüberzubringen, dass die Mitspieler glauben und nachempfinden können was sie lesen.
Manchmal liegt es nicht mal so sehr am Kommunikator und auch nicht am Rezipienten sondern daran das beide quasi eine unterschiedliche Sprache sprechen, nicht auf einer Wellenlänge liegen. In solchen Fällen ist es ganz hilfreich einfach zu sagen: Ne, das passt nicht mit uns. Wir haben unterschiedliche Spielstile und im Sinne eines \'Leben und Leben lassen\' gehen wir und in Zukunft einfach besser aus dem Weg.
Das wäre die sinnvolle Methode. Wenig sinnvoll dagegen ist:
\"ja da merkt man wie flach du bist, wenn du nicht feststellst wie unterschiedlich die nicks sind auf die du getroffen bist.\"
Möglicherweise hätte ich nur noch ein paar hundert Stunden Spielzeit gebraucht um herauszufinden das hinter - \"Meist männlich, immer leidend, macht nie Fehler, ranzt alle anderen berechtigt an weil sie ja nur dumme, übertriebene, unbalancierte Charaktere sind, blickt meist skeptisch, zieht immer in einer stillen Ecke die Beine hoch und legt die Arme darum\" - tatsächlich vollkommen unterschiedliche Charaktere stecken, aber ehrlichgesagt: Mir ist meine Zeit zu schade.
Da draussen gibt es Dutzende Rollenspieler mit denen das Zusammenspiel \'passt\'. Bei denen ich nicht mit der Lupe nach den Unterschieden scherenschnittartiger Chars suchen muß, sondern wo Unterschiede
da sind. Jeder Charakter ein Unikat. Anders. Selbst wenn der selbe Spieler dahinter steckt. Dort ist meine Freizeit weit besser angelegt.
Daher entschuldigt meine unverfroren selbstständige Entscheidung euch aus dem Weg zu gehen, ihr Ein-Char-Einhundert-Namen-Spieler. Und für die Zukunft: Versucht euch mal auf 6 Chars zu beschränken. Dann klappt das vielleicht sogar mit der Unterschiedlichkeit. Doch wenn ichs mir recht überlege... Ich glaube nicht daran.